Coaching-Tool: Wahrnehmungspositionen

Das Coaching-Tool Wahrnehmungspositionen eignet sich, um Konflikte, Missverständnisse oder Streit zu verstehen und zu entschärfen. Sie betrachten die Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven und erweitern Ihre Wahrnehmung.

Worum geht’s?

In diesem Coaching-Tool arbeiten Sie mit Bodenankern, mit denen Sie drei Positionen im Raum kennzeichnen. Verwenden Sie dazu z.B. beschriftete Moderationskarten, die Ihr Coachee im Raum anordnet. Jeder Anker steht für eine Position: Ich, Du, und Beobachter. Ihr Coachee durchläuft die drei Positionen mehrmals nacheinander und nimmt dabei Vorteile der Beziehung, Verhaltensweisen, Gefühle und die gute Absicht der Beteiligten aus unterschiedlichen Perspektiven wahr. Auf der Meta-Position werden die Perspektiven integriert und daraus Ideen für Veränderungen entwickelt.

1. Position: Ich

In dieser Position sehen und hören Sie aus Ihrer eigenen Perspektive heraus, nehmen die eigenen Gefühle war und bewerten die Wirklichkeit auf Basis Ihrer eigenen Ziele, Werte und Beliefs. In dieser Position sind Sie assoziiert mit sich selbst und haben direkten Zugang zu Ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Befürchtungen.

2. Position: Du

In dieser Position übernehmen Sie die Perspektiven des Anderen, Sie sehen und hören in seiner Perspektive, übernehmen seine Körperhaltung und Gestik, und nehmen seine Gefühle wahr. Sie bewerten die Wirklichkeit (und Ihr Verhalten auf der 1. Position) auf Basis seiner Ziele, Werte und Beliefs. In dieser Position sind Sie assoziiert mit dem Anderen, und können so dessen positive Absicht und Motivation verstehen, die hinter seinem Verhalten steht.

3. Position: Beobachter

In dieser Position übernehmen Sie die Perspektive eines neutralen Beobachters. Sie betrachten die Situation von außen und beschreiben, was Sie wahrnehmen. In dieser Position nehmen Sie keine Bewertungen vor, entwickeln aber Ideen, wie die Kommunikation verändert werden kann, und welche Ressourcen die Beteiligten brauchen.  Wenn es der Konflikt, mit dem Sie arbeiten, zulässt, können Sie für den neutralen Beobachter auch eine Person nehmen, die den Konflikt tatsächlich beobachtet hat oder beobachten hätte können (z.B. der Taxifahrer, der Ihren Streit mitgehört hat, oder der Kollege, der mit im Zimmer war, während Sie einen Konflikt mit Ihrem Chef hatten.).

Meta-Position

In dieser Position sind Sie noch ein Stück weiter dissoziiert von der Situation, die Sie aus drei Perspektiven aus erlebt oder beobachtet haben. Hier fassen Sie die Ideen zusammen, die Sie in den drei Positionen entwickelt haben. Sie entscheiden, welche neuen und interessanten Informationen Sie nutzen möchten, und was sich an neuen Strategien ergibt.

Wer schreibt hier?

Johannes ist Professor für Wirtschaftspsychologie in Stuttgart und Geschäftsführer der ich.raum GmbH. Er schreibt auf ichraum.de zu den Themen Coaching, Führung und Psychologie.

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