Symptome
Da Schriftsprache normalerweise in der Grundschule erlernt wird, zeigen sich hier erstmals die Schwierigkeiten. Das fängt mit dem Aufsagen des Alphabets und der Benennung von Buchstaben an. Danach setzen sich die Leseprobleme fort:
- Wörter oder Wortteile werden ausgelassen, verdreht oder hinzugefügt
- die Lesegeschwindigkeit ist vergleichsweise niedrig
- Buchstaben, Silben und Wörter werden ersetzt
- Schwierigkeiten beim Vorlesen, Zögern oder Verlieren der Textzeile
- Wörter im Satz oder Buchstaben in den Wörtern werden vertauscht
Während sich bei gesunden Kindern diese Fehler nur zu Beginn zeigen, wenn sie Lesen und Schreiben lernen, bleiben sie bei Legasthenikern über lange Zeit erhalten und treten im Vergleich häufiger auf.
Diagnostische Kriterien
Die schnelle Diagnose ist wichtig, um den Kindern frühzeitig die notwendige Förderung zukommen zu lassen. Denn fast alle Schulfächer bauen auf Lese- und Schreibfähigkeiten auf, sodass sich eine Schwäche auf den gesamten Lernerfolg auswirkt.
Die folgenden Kriterien müssen für eine Legasthenie erfüllt sein:
- Die Leseleistung und/oder Rechtschreibleistung liegt unterhalb der durchschnittlichen Abweichungen der entsprechenden Alters- und Klassenstufe.
- Es liegt keine kognitive Minderbegabung vor.
- Die Schwierigkeiten lassen sich nicht durch organische Ursachen erklären (insbesondere Schwerhörigkeit oder Fehlsichtigkeit).
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Weitere Infos
Verbreitung: Etwa 4% der Schüler sind in Deutschland von einer Legasthenie betroffen.
Verlauf: Wenn die Störung früh erkannt wird und durch entsprechende Fördermaßnahmen ausgeglichen wird, kann sie sehr effektiv behandelt werden. Nach den ersten beiden Grundschuljahren werden die Probleme jedoch schnell chronisch und setzen sich auch im Erwachsenenalter fort. Oft entwickeln sich bei den Kindern langfristig zusätzliche Probleme, wie beispielsweise Schulangst.
Eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens wird als Dyskalkulie bezeichnet. Diese ist unabhängig von der Intelligenz und kann durch entsprechendes Üben kompensiert werden. Es sind 5-7% der Welt-Bevölkerung betroffen.
- Die betroffenen Kinder können die Zahlnamen bzw. die entsprechenden Ziffer nicht mit der entsprechenden Quantität verknüpfen. Es besteht kein Verständnis für den Zahlbegriff.
- Rechenverfahren werden unreflektiert und mechanisch verwendet, offensichtliche Rechenfehler werden nicht bemerkt, Abweichungen in der Aufgabenstellung führen zu Verwirrung und falscher Ausführung.
- Berechnungen können nur mit Zählhilfen (z.B. Finger, Rechenschieber, Notizen) durchgeführt werden, wobei diese unökonomisch und nicht zielführend eingesetzt werden.


