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Werte

Werteliste: 127 Begriffe und Übungen für Ihre Werte

Persönliche Werte erkennen: 127 Begriffe, konkrete Beispiele und Übungen zu eigenen Prioritäten, Stärken und Erwartungen des Umfelds.

Ein runder Kompass liegt auf einer hellen Landkarte.

Foto: zed akxis / Unsplash · Unsplash License

Eine Werteliste hilft Ihnen, Worte für das zu finden, was Ihnen wichtig ist. Die Auswahl ist erst der Anfang: Was bedeutet beispielsweise Freiheit für Sie? Woran zeigt sich Fairness in Ihrem Alltag? Und welche Werte geraten bei einer Entscheidung miteinander in Spannung?

Hier finden Sie eine umfangreiche Sammlung sowie Übungen zum Auswählen, Konkretisieren und Anwenden. Die Liste ist eine Gesprächshilfe, kein Persönlichkeitstest und keine Rangordnung moralisch guter Menschen.

Was sind persönliche Werte?

Werte beschreiben, was Menschen für wichtig und erstrebenswert halten. Anders als der Preis einer Ware lassen sie sich nicht einfach in Geld ausdrücken. Sie beziehen sich auf etwas, das Bedeutung hat, werden von Menschen bewertet und können sich in ihrer Gewichtung über die Zeit verändern.

Ein Ziel kann sein, eine Weiterbildung abzuschließen. Dahinter können Werte wie Lernen, Selbstständigkeit oder Sicherheit stehen. Eine Fähigkeit ist dagegen etwas, das Sie können. „Ich kann gut organisieren“ sagt noch nicht, ob Ordnung für Sie besonders wichtig ist.

In der Werteforschung beschreibt Shalom Schwartz Werte als situationsübergreifende Orientierungen, die sich unter anderem nach ihrer Bedeutung für eine Person unterscheiden. Die folgende offene Begriffssammlung ist jedoch kein Schwartz-Fragebogen. Sie enthält auch Lebensbereiche, Interessen und gewünschte Zustände, die erst durch Ihre persönliche Bedeutung zu Hinweisen auf Werte werden.

Werteliste: Begriffe als Ausgangspunkt

Lesen Sie die Sammlung ohne Zeitdruck. Markieren Sie zunächst zehn Begriffe, die Sie ansprechen, und ergänzen Sie eigene. Ähnliche Wörter dürfen für Sie Unterschiedliches bedeuten. Auch bei einem irritierenden Begriff können Sie fragen, welches Anliegen dahintersteht; damit müssen Sie eine daraus abgeleitete Handlung nicht gutheißen.

  • Anerkennung
  • Arbeit
  • Ästhetik
  • Aussehen
  • Autonomie
  • Bekanntheit
  • Besser sein
  • Bewegung
  • Bewusstseinserweiterung
  • Beziehungen
  • Dabei sein
  • Dazu gehören
  • Disziplin
  • Echtheit
  • Ehre
  • Ehrlichkeit
  • Eigentum
  • Eigenverantwortung
  • Einfachheit
  • Einfluss
  • Entspannung
  • Entwicklung
  • Erfolg
  • Ernährung
  • Erotik
  • Ethik
  • Fairness
  • Familie
  • Figur
  • Freiheit
  • Freude
  • Freundschaft
  • Frieden
  • Führung
  • Fürsorglichkeit
  • Ganzheitlichkeit
  • Geborgenheit
  • Gedankenfreiheit
  • Gefühle
  • Gelassenheit
  • Genauigkeit
  • Gerechtigkeit
  • Gesundheit
  • Gewaltfreiheit
  • Glaube
  • Glaubensfreiheit
  • Gleichberechtigung
  • Großzügigkeit
  • Harmonie
  • High-Tech
  • Humor
  • Idealismus
  • Individualismus
  • Integrität
  • Intelligenz
  • Intuition
  • Kinder
  • Kompetenz
  • Körperliche Aktivität
  • Kreativität
  • Leben
  • Lebensfreude
  • Lebensqualität
  • Lebenssinn
  • Lebensstandard
  • Leistung
  • Lernen
  • Liebe
  • Loyalität
  • Lust
  • Macht
  • Meditation
  • Meinungsfreiheit
  • Mitgefühl
  • Moral
  • Mut
  • Nachdenken
  • Nächstenliebe
  • Naturbewusstsein
  • Naturverbundenheit
  • Offenheit
  • Optimismus
  • Ordnung
  • Partnerschaft
  • Phantasie
  • Politik
  • Präzision
  • Qualität
  • Rache
  • Reichtum
  • Reife
  • Reisen
  • Richtiges Maß
  • Risikobereitschaft
  • Romantik
  • Ruhe
  • Selbstständigkeit
  • Selbstbestimmung
  • Selbstgenügsamkeit
  • Selbstlosigkeit
  • Selbstverwirklichung
  • Selbstwert
  • Sicherheit
  • Sinngebung
  • Sinnsuche
  • Solidarität
  • Soziale Verantwortung
  • Spannung
  • Sparen
  • Spiritualität
  • Spontaneität
  • Sport
  • Status
  • Toleranz
  • Umweltbewusstsein
  • Unabhängigkeit
  • Verantwortlichkeit
  • Vertrauen
  • Wahrheit
  • Weisheit
  • Wertschätzung
  • Wissen
  • Wohlbefinden
  • Wohlstand
  • Wohnqualität
  • Würde
  • Zufriedenheit

Von der Liste zu Ihren eigenen Werten

  1. Auswählen: Welche zehn Begriffe sind gerade besonders wichtig? Welche davon würden Sie auch nennen, wenn niemand Ihre Antwort bewertet?
  2. Definieren: Ergänzen Sie zu jedem Begriff: „Das bedeutet für mich …“ Vermeiden Sie, nur ein ähnliches Wort einzusetzen.
  3. Beobachtbar machen: Notieren Sie eine konkrete Situation, in der Sie diesen Wert leben. Was tun oder sagen Sie dann?
  4. Spannungen prüfen: Wo passt Ihr Alltag dazu, wo nicht? Welche äußeren Bedingungen spielen eine Rolle?
  5. Einen Schritt wählen: Was möchten Sie in der nächsten Woche anders gestalten? Was brauchen Sie dafür?

Fiktives Beispiel: Eine Mitarbeiterin wählt „Eigenverantwortung“. Für sie bedeutet das, innerhalb vereinbarter Grenzen Entscheidungen selbst zu treffen. Ihr nächster Schritt ist ein Gespräch darüber, welche Entscheidungen sie ohne zusätzliche Rückfrage treffen darf. Der Wert wird dadurch mit einer konkreten Vereinbarung verbunden.

Wie Werte mit Sinn zusammenhängen

Viktor Frankl betont in der Logotherapie das menschliche Streben nach Sinn. Selbsttranszendenz bezeichnet dabei die Ausrichtung über sich selbst hinaus, etwa auf eine Aufgabe oder einen anderen Menschen. Sinn wird in dieser Perspektive nicht allein durch die Beschäftigung mit der eigenen Selbstverwirklichung gesucht.

Frankl unterscheidet schöpferische Werte, Erlebniswerte und Einstellungswerte: Sinn kann durch Handeln und Gestalten, durch Begegnung und Erleben sowie durch die Haltung zu unveränderbaren Umständen erschlossen werden. Einstellungswerte bedeuten nicht, vermeidbares Leid hinnehmen zu müssen. Diese Perspektive ist ein theoretischer Zugang, keine Garantie, dass eine passende Werteliste das Leben automatisch sinnvoll macht.

Für Ihre Reflexion können Sie fragen: Was möchte ich beitragen? Welche Begegnungen oder Erfahrungen sind mir wichtig? Welche Haltung möchte ich unter Bedingungen einnehmen, die ich gerade nicht ändern kann?

Eigene Werte und Erwartungen des Umfelds unterscheiden

Werte entstehen nicht losgelöst von anderen Menschen. Familie, Kultur, Arbeit, Religion oder Weltanschauung können beeinflussen, was uns wichtig erscheint. Fragen Sie deshalb: Welche Werte waren meinen Eltern wichtig? Welche werden in meinem Arbeitsumfeld belohnt? Welche möchte ich selbst vertreten, welche neu prüfen?

Ein Arbeitsplatzwechsel, eine neue Beziehung, Elternschaft oder andere einschneidende Erfahrungen können Prioritäten verschieben oder bestehende Spannungen deutlicher machen. Daraus folgt nicht, dass Ihre bisherigen Werte falsch waren. Prüfen Sie auch Unterschiede zwischen Lebensbereichen: Was im Beruf wichtig ist, muss privat nicht denselben Rang einnehmen.

Werte lassen sich als eine Brille verstehen, durch die Sie Situationen beurteilen. Ärger oder Enttäuschung können auf einen verletzten Wert hinweisen, haben aber nicht immer diese eine Ursache. Fragen Sie nach, statt aus einem Gefühl unmittelbar auf einen bestimmten Wert zu schließen.

Übung zu zweit: Stärken und Werte erkunden

Planen Sie je 15 Minuten pro Person ein. Eine Person stellt Fragen und macht Notizen, die andere bringt ein eigenes oder fiktives Anliegen ein. Denken Sie an jemanden, der Sie gut kennt.

  1. Eine fremde Perspektive vorstellen: Was würde diese Person vermutlich auf die Frage antworten: „Was findest du an mir besonders? Was kann ich richtig gut?“ Die Antwort ist zunächst Ihre Vermutung, keine tatsächliche Rückmeldung.
  2. Beispiele sammeln: Wann zeigen sich diese Fähigkeiten? Welche Tätigkeiten gelingen Ihnen besonders gut?
  3. Bedeutung erkunden: Woran hängt Ihr Herz? Was ist Ihnen daran wichtig? Worauf möchten Sie nicht verzichten?
  4. Werte benennen: Welche Werte könnten hinter diesen Beispielen stehen? Überprüfen Sie jeden Vorschlag selbst.
  5. Umfeld einbeziehen: Welche Rolle spielen dabei Familie, Kultur, Arbeit und gegebenenfalls Weltanschauung?
  6. Abschließen: Wählen Sie einen Wert und einen kleinen Schritt, durch den er im Alltag sichtbarer werden soll. Tauschen Sie anschließend die Rollen.

Gut zu sein und etwas wichtig zu finden ist nicht dasselbe. Sie können eine Fähigkeit gut beherrschen, ohne sie gern einzusetzen, oder einen Wert vertreten, für dessen Umsetzung Ihnen noch Erfahrung fehlt. Die Übung sucht mögliche Verbindungen und keine feste Zuordnung.

Reflexionshilfe: Konflikte und Werte

Wählen Sie eine kürzlich anstrengende, ärgerliche oder langweilige Situation. Notieren Sie: Worum ging es? Was war belastend? Wer war beteiligt? Wie haben Sie reagiert? Welche Ihrer Werte könnten berührt sein? Welche andere Erklärung kommt infrage?

Entscheiden Sie danach: Welches Thema ist jetzt wichtig? Was möchten Sie im Coaching bearbeiten? Was möchten Sie vorerst für sich behalten? Auch diese Grenze gehört zur selbstbestimmten Reflexion.

Wenn Sie Ihre Auswahl anschließend ordnen möchten, nutzen Sie die Wertehierarchie mit Paarvergleichen. Bei konkurrierenden Ansprüchen helfen die Überlegungen zu Wertekonflikten. Aus einer Einsicht wird durch konkrete Transferplanung ein Versuch im Alltag.

Quellen

Weiterdenken.

coaching.tools

Coaching-Tool: Innere Lebensbilder

Dieses Tool arbeitet mit den Bildern des Herzgehirn (vgl. ich.raum Coaching-Modell). Auf Grundlage dieser inneren Lebensbilder werden Wünsche, Ziele, Werte und Ressourcen identifiziert. Dieses Tool basiert auf…