Spiegelneuron spielen zentrale Rolle bei sozialen Interaktionen
Wie bewältigt das Gehirn diese, mit Handlungsinterpretationen verbundenen Herausforderungen? Die Entdeckung der Spiegelneuronen vor 20 Jahren schien eine Antwort auf diese Frage zu geben. Beschrieben wurden Spiegelneurone als spezielle Neurone in prämotorischen und parietalen Anteilen der Großhirnrinde von Affen, die mit der Bewegungsplanung befasst sind. Spiegelneurone reagieren sowohl, wenn der Affe eine zielgerichtete Handlung ausführt, als auch dann, wenn der Affe sieht, wie dieselbe Handlung von anderen durchgeführt wird. Mit anderen Worten: Die Beobachtung einer Handlung aktiviert ein Nervenzellsystem, das zu anderen Zeiten für die Ausführung einer vergleichbaren Handlung verantwortlich ist. Wir verstehen, was andere tun, indem wir neuronale Schaltkreise in Resonanz versetzen, die uns die Generierung vergleichbarer Bewegungen erlauben.
Aber wie wird der beobachteten Handlung der subjektive Wert zugeschrieben? Dieser Frage gingen Vittorio Caggiano und Mitarbeiter am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Tübingen, mit Unterstützung von Kollegen der Universität Parma in ihrer Untersuchung von Spiegelneuronen in prämotorischen Teilen der Hirnrinde nach. In ihren Experimenten wurden die Reaktionen von Spiegelneuronen aufgezeichnet, während Affen beobachteten, wie ein Experimentator zielgerichtete Handlungen mit unterschiedlichen Konsequenzen für den Affen ausführte. Die Autoren fanden heraus, dass die Reaktionen von Spiegelneuronen durch den Wert, den die beobachtete Handlung für den zuschauenden Affen hatte, moduliert wurden. Genauer gesagt: Wenn der Affe eine schmackhafte Belohnung für das Betrachten der Handlung in Aussicht hatte, zeigten viele Spiegelneurone weitaus stärkere beobachtungsbedingte Reaktionen. War dieselbe Handlung hingegen mit einer weniger schmackhaften Belohnung verbunden, so waren die Reaktionen typischerweise deutlich schwächer.
Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass Spiegelneurone in der prämotorischen Großhirnrinde alle Schlüsselinformationen repräsentieren, die für die Bewertung der Handlungen des Gegenübers erforderlich sind. Sie unterstreicht damit die zentrale Rolle, die Spiegelneurone für die Vermittlung sozialer Interaktionen und ihrer Störungen, wie zum Beispiel Autismus, spielen dürften. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)
Weiterdenken.
Ankerheuristik: Wie mentale Anker Entscheidungen beeinflussen
Daniel Kahneman, ein Pionier der Verhaltensökonomie und Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, hat mit seinen Forschungen die Welt der Psychologie und Entscheidungsfindung maßgeblich beeinflusst. Sein Buch „Schnelles Denken, langsames…
Technologische Trends die Lehren und Lernen beeinflussen
Ist es möglich, sich verlässliche zu technologischen Trends zu äußern? Die Gefahr besteht, mit Einschätzungen völlig falsch zu liegen. Dafür gibt es genügend Beispiele, wie den IBM-Chef…
ich.raum Coaching-Modell: Ziele, Werte und Beliefs in Balance
Das ich.raum Coaching-Modell erklärt das Zusammenspiel von Werten, Zielen und Beliefs sowie die Rolle von Sprache, Bildern und Gefühlen im Coaching.
